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Hilferuf aus dem Tierheim Berlin

Die sintflutartigen Regenfälle im Juli und August stellen die tierischen Bewohner und Mitarbeiter von Europas größtem Tierheim vor ungeahnte Herausforderungen. Besonders massiv haben die Wassermassen im Krankenbereich und in der Tierarztpraxis gewütet. Boxen liefen mit Wasser voll, etliche Tiere mussten evakuiert werden. Mit Eimerketten schöpften Tierpflegerinnen Wasser aus den Gehegen. „Dem schnellen und umsichtigen Handeln unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist es zu verdanken, dass keine Tiere zu Schaden gekommen sind“, so Ines Krüger, 1. Vorsitzende des Berliner Tierschutzvereins, der das Tierheim in Falkenberg betreut.


© Tierheim Berlin / Clara Rechenberg

Eine Begehung des etwa 13.000 Quadratmeter großen Daches des Tierheimes mit einem Bauexperten Anfang August brachte das erschütternde Ausmaß der Schäden zutage; große Teile der inzwischen 17 Jahre alten Dachkonstruktion haben den stundenlangen Starkregenfällen nicht mehr Stand gehalten. Das Wasser bahnte sich seinen Weg durch Lichtschächte und Mauerfugen, weichte einige Teile der Isolation regelrecht auf. Käme es durch die Wassermassen zu einem Kurzschluss in der Elektrik, wären die Folgen katastrophal. Besonders gefährdet ist auch die 2011 in Betrieb genommene Photovoltaik-Anlage auf dem Dach, mit der der Tierschutzverein umweltfreundlichen Strom für sein 22 ha großes Gelände erzeugt und auch in das Berliner Energienetz einspeist.

Die Sanierung des gesamten Daches wird ersten Expertenschätzungen zufolge Millionen kosten. Das Tierheim Berlin erhält bislang keine finanzielle Unterstützung vom Land Berlin. Futter, tierärztliche Betreuung, die Gehälter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – alles bewältigt der Tierschutzverein allein aus Spenden, Nachlässen und Mitgliedsbeiträgen. Sind Bauvorhaben geplant, wird dafür lange gespart.

Die bisherige Resonanz seitens der Bevölkerung auf den Appell aus dem Tierheim war überwältigend. Hunderte Berliner zeigten sich solidarisch mit dem Tierschutzverein und spendeten schon mehr als 60.000 Euro für die Sanierung der Schäden, boten über soziale Medien Hilfe an. „Wir sind dankbar für so viel Mitgefühl und Solidarität“, so Ines Krüger. Angesichts der zu erwartenden Kosten in Millionenhöhe für die Sanierung der Wasserschäden sei jede Hilfe ein Segen, da die Versicherung nicht einspringt. „Sachspenden benötigen wir momentan eher weniger, sondern schlicht und ergreifend Geld für die nötige Sanierung. Denn der nächste Starkregen kommt bestimmt!“

Wenn Sie das Tierheim mit einer Spende unterstützen möchten oder weitere Informationen wünschen, wenden Sie sich an den Tierschutzverein unter der Rufnummer (0 30) 76 888 0 oder besuchen Sie die Webseite: www.tierschutz-berlin.de

Der Tierschutzverein betreibt im Berliner Stadtteil Falkenberg das größte und modernste Tierheim Europas. Auf einer Fläche von mehr als 16 Hektar versorgt der Verein, gegründet 1841 von C.J. Gerlach, Jahr für Jahr fast 10.000 Tiere.


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Druck: 18.10.2018 11:52:47 Uhr